Handguilloché

Technisch gesehen bezeichnet „Guilloché“ das maschinelle Gravieren präziser und regelmäßiger Muster aus geraden, unterbrochenen oder geschwungenen Linien auf flachen oder gewölbten Oberflächen. Für die Herstellung solcher Verzierungen werden zwei Haupttypen von Guillochemaschinen verwendet: sogenannte „Geradlinienmaschinen“, die gerade oder unterbrochene Linien gravieren, und sogenannte „Guilloché-Drehmaschinen“, die kreisförmige Linien erzeugen. Die Linien eines Musters sind in der Regel zwischen 0,1 und 0,5 mm breit und 0,3 bis 0,4 mm tief – dünner als ein menschliches Haar! Durch die Variation von Form, Abstand und Schnittpunkten der Linien (unterbrochen oder kreisförmig) lassen sich unzählige verschiedene Muster erzeugen.

Diese traditionelle Dekorationstechnik, die üblicherweise der Haute Horlogerie vorbehalten ist, machen wir zugänglich.

Obwohl Maschinen zur Herstellung der Verzierungen eingesetzt werden, spricht man von „Hand“-Guilloché, wenn der Guillocheur seine Maschine selbst bedient.

Die Guillochiermaschine ist daher keine eigentliche „Maschine“ im industriellen Sinne. Vielmehr sollte sie als „Werkzeug“ betrachtet werden, das dem Handwerker bei der Gestaltung seines Werkes hilft, ähnlich wie Kugel und Stichel eines Handgraveurs.

Da jeder Strich nacheinander ausgeführt wird, sind Geschicklichkeit und ästhetisches Empfinden des Handwerkers entscheidend, denn die Platzierung des Motivs im Werkstück, die Geschwindigkeit, der Druck auf den Stichel und die Präzision des Gravurvorgangs bestimmen das Endergebnis. Gerade diese menschliche Sensibilität verleiht dieser Art von Verzierung ihren wahren Wert.

Text und Fotos unterliegen dem Copyright von Décors Guillochées SA